Blind Date

Blind Date

Lena startete ihren Computer und betrachtete den kleinen Notizzettel, welchen ihr ihre beste Freundin Gina gegeben hatte. „Du solltest dich hier anmelden“ – hatte sie gesagt und ihr diesen Zettel mit der Internetadresse in die Hand gedrückt. Gespannt tippte sie die Adresse in ihrem Internetbrowser ein und klickte sich neugierig durch die Webseite. „Wusste ich’s doch!“ sagte sie leise vor sich hin und betrachtete die unzähligen anonymen Profilen von verschiedenen Frauen. Ihre beste Freundin hat ihr eine Adresse zugesteckt von einer Lesben-Partnerschaftsvermittlungsseite. Lena wollte ihren Computer schon herunterfahren als sie sich dann doch einen Ruck gab um sich auf dieser Seite anzumelden. „Ist ja nichts dabei“ dachte sie, während dem sie die einzelnen Fragen beantwortete. Stellen sie sich vor sie würden auf einer einsamen Insel stranden; welche 3 Dinge würden sie mitnehmen? – Diese und weitere Fragen wurden in dem Fragebogen zur Anmeldung gestellt. Nach geschlagenen 1 ½ Stunden war das Profil von Lena vollständig. Fotos benötigte sie nicht, da die Frauen sich anhand der Interessen und Aussagen kennenlernen sollten und nicht das Aussehen der massgebende Punkt für ein Kennenlernen geben muss.

Erschöpft liess Lena sich ins Bett fallen und fragte sich, wie viele Frauen sich wohl auf ihr Profil melden würden.

Die Woche war für Lena sehr anstrengend. Unzählige Meetings in anderen Städten, die Heimreise, der Papierkram und die Besprechungen mit den Mitarbeitern. Ja als Leiterin einer Werbeagentur hat frau es nicht immer leicht. Abends war sie so müde, dass sie sich gleich ins Bett legte und schlief.

Am Freitagabend, es war gerade mal 20.00 Uhr, machte sie es sich auf dem Sofa mit einem Bier bequem. Als sie nach dem Fernsehprogramm unter dem Sofatisch griff kam ihr der Laptop in die Hände. „Ach ja stimmt, mein Profil“ – schoss es ihr in den Kopf und schon war der Laptop gestartet. Ein paar Klicks und schon öffnete sich ein Popup Fenster welches darüber informierte, das sich 100 neue Nachrichten im Postfach von Lenas Profil befanden. Neugierig öffnete Lena die ersten 20 Nachrichten und schrieb fleissig zurück. Sie war erstaunt über die vielen Nachrichten wobei sich viele um eindeutige Angebote handelten. Ihre Finger wurden müde von dem vielen zurück schreiben und deswegen beschloss sie nur noch 2 oder 3 Mails zu beantworten und danach zum Fernsehen über zu gehen. Ein leises piepsen ertönte und ein Chat Fenster öffnete sich. Hi! Ich bin Paula, habe gerade dein Profil gelesen und gedacht da du gerade online bist ich schreib dir kurz. Lena war überrascht was diese Internetseite alles zu bieten hatte. Sie vergrösserte das Chatfenster um mit dieser Paula ein paar Zeilen zu wechseln. Hallo Paula. Mein Name ist Lena. Ja ich bin gerade online weil ich wissen wollte was sich so betreffend meinem Profil ergeben hat…

4 Stunden später, Lena vergass total die Zeit, waren die beiden Frauen so miteinander beschäftigt, dass Lena sogar ihre Lieblingssendung sausen liess. „Boah diese Paula ist total interessant und ein intelligenter Mensch.“ Dachte sich Lena während dem sie sich einen Schluck Bier gönnte. Etliche Stunden später verabschiedete sich Paule von Lena und versprach sich baldmöglichst wieder zu melden. Einen Blick auf die Uhr verriet Lena das es schon nach 03.00 Uhr früh war und sie wohl besser schlafen gehen sollte, da ihr morgen ein strenger Tag bevor stand.

Schon 2 Wochen sind vergangen und Paula hat sich nicht mehr gemeldet seit dem einen Abend an dem sie sich so lange unterhalten hatten. „Ob ich ihr zu uninteressant war?!“ fragte sich Lena während dem sie erneut den Knopf für das Postfach auf ihrem Profil betätigte. Nichts. „Heute wird sie mir wohl nicht mehr schreiben“. Lena beschloss den Laptop eingeschalten zu lassen während dem sie sich eine neue Werbekampagne für ihren neuen Kunden überlegte. Morgen sollte ja schon die neue Präsentation stattfinden.

Lena ist gerade mit ihrer Präsentation fertig geworden, als das Piepsen des Chatfensters sie aus den Gedanken riss. Einen Blick auf den Bildschirm verriet ihr, dass Paula es doch noch geschafft hatte sich zu melden. Hi Lena, tut mir leid, dass ich mich so lang nicht bei dir gemeldet habe, ich hatte so viel um die Ohren… :-* Lena konnte dieser charmanten Frau einfach nicht böse sein und unterhielt sich eine ganze Weile. Bevor sie das Gespräch nach 01.00 Uhr beendete tauschten die Frauen ihre Nummern aus und verabredeten sich für kommenden Abend in der Moonlight Bar. Ich bin morgen bei dir in der Nähe geschäftlich unterwegs, deswegen dachte ich wäre es an der Zeit sich doch mal persönlich zu sehen? Mit diesen Worten konnte sie Lena dazu überreden zuzustimmen.

Am nächsten Morgen war Lena schon sehr früh bei der Arbeit. Heute war diese Präsentation bei der sie einen neuen Kunden für sich gewinnen wollte. Ihre beste Freundin Gina verteilte gerade die Präsentationsmappen auf den Tischen als Lena ihr von ihrer Bekanntschaft mit Paula erzählte. „Siehst du Schätzchen ich wusste doch, dass dir diese Internetseite dabei hilft deine Schlampe von Ex zu vergessen!“ grinse Gina und streichelte Lena sanft den Rücken. „Ja ich weiss, es ist nun an der Zeit dieses Biest zu vergessen und all die Gemeinheiten die sie mir angetan hat.“ Seufzte Lena und wandte sich der Kaffeemaschine zu. Pünktlich auf die Minute standen die Geschäftsführer der Firma Klack vor der Tür. „Guten Tag Frau Baker, mein Name ist Johnson und das ist meine Geschäftspartnerin Frau Havering“ – Der etwas dickere Herr gab Lena die Hand und Lena grüsste freundlich zurück. Als Lena Gina bei Frau Havering und Herrn Johnson vorgestellt hatte begaben sie sich in den Sitzungsraum. Lena ertappte sich dabei, wie sie Frau Havering musterte und war erfreut darüber, dass eine solch schöne Frau bei dem Gespräch dabei war. Als Lena ihre Idee Präsentierte viel ihr auf, dass Frau Havering kaum die Augen von ihr abwandte und sie immerzu ansah. Lena wurde richtig war bei dem Gedanken mal kurz mit Frau Havering allein zu sein.

Als die Präsentation zu Ende war drückte Herr Johnson seine Begeisterung offen und ehrlich aus. Lena war überaus entzückt, dass sie den Geschmack von Herrn Johnson getroffen hatte obwohl sie sich mehr für die Meinung von Frau Havering zu interessieren schien. Erwartungsvoll Blickte sie in die Augen von Frau Havering und sah das funkeln in ihren Augen. „Doch, es ist genau das was ich mir vorgestellt habe Frau Baker. Ich bin äusserst zufrieden mit ihrem Vorschlag!“ – „Entschuldigen sie Frau Baker, wo finde ich die Toiletten?“ fiel ihnen Herr Johnson ins Wort wobei Gina eingriff und ihn bat ihm zu folgen. Nachdem Gina und Herr Johnson das Sitzungszimmer verlassen hatten schloss sie hinter sich die Tür. Frau Havering stand von ihrem Stuhl auf und lief in Richtung Fenster. „Ich finde ihre Ideen sehr lebhaft und kreativ. Ich bin froh, dass ich ihre Firma für die engere Auswahl gewählt habe Miss Baker.“ Lena, die sich gerade an den Sitzungszimmertisch gelehnt hatte spürte wie sie rot anlief.“Vielen Dank Frau Havering, ich weiss ihr Lob sehr zu schätzen.“ Frau Havering war eine grosse schlanke Frau mit kurzen blonden Haaren und wunderschönen grauen Augen. Ihr Stil war gerade eher elegant wobei dies bei Geschäftsmeetings eher üblich war. Langsam kam Frau Havering näher an Lena heran und Lena spürte wie ihr Herze raste. Die Türe des Sitzungszimmers öffnete sich und Herr Johnson stand an der Tür. „So Frau Blake ich glaube wir werden uns morgen erneut treffen um den Vertrag zu unterschreiben, um 12.00 Uhr beim Steak House hier um die Ecke?“ fragte Herr Johnson und bemerkte nicht, dass er gerade dabei gestört hatte, dass sich seine Geschäftspartnerin und ihre zukünftige Werbeverantwortliche näher kamen. „Ok, morgen 12.00 Uhr beim Steak House!“ Alle Beteiligten verabschiedeten sich freundlich voneinander und Lena spürte die erotische Spannung zwischen ihr und Frau Havering. Ohne Zweifel, diese Frau ist eine Lesbe! Lena wich mit ihren Gedanken zurück ins Sitzungszimmer und malte sich aus was wohl passiert wäre, wenn Herr Johnson nicht einfach so reingeplatzt wäre.

Als Lena zuhause ankam wusste sie, dass sie sich beeilen musste um noch rechtzeitig zu ihrem Treffen mit Paula zu kommen. Nach einer ausführlichen Dusche, die sie sich trotz Zeitdruck gönnte, zog sie ihren schönen Anzug an, welcher perfekt zu der Bar passte in der sie sich verabredet hatten. Punkt 20:20 Uhr sass Lena in der vereinbarten Bar und zündete genüsslich eine Zigarette an während dem sie auf ihr Blind Date wartete. Um Punkt 20:30 Uhr spürte sie, wie ihre Nervosität stieg und ihr ein bisschen zu schaffen machte. Was wenn diese Frau total nicht meinen Erwartungen entspricht? Was wenn es sich dabei nur um einen Fake gehandelt hatte und sich jetzt zuhause eine Frau ins Fäustchen lacht weil sie weiss, dass ich hier auf sie warte? Ach Quatsch dachte sich Lena und nahm einen kräftigen Schluck von ihrem Bier. Die Türe öffnete sich und eine Frau mit kurzen blonden Haaren betrat die Bar. Als sich die Frau in Lenas Richtung drehte glaubte sie ihren Augen kaum. Da stand doch tatsächlich Frau Havering vor Ihr. Scheisse nicht das noch! Dachte sich Lena und war sich der Situation eigentlich gar nicht so bewusst. Jetzt sitzt ich hier drin und warte auf mein Blind Date während dem mein neuer Kunde oder bessergesagt die Frau meiner erotischen Gedanken in derselben Bar sitzt. Die blonde kurzhaarige Frau sah sich um und erblickte Lena und lief auf sie zu. „Guten Tag Frau Baker, was für ein Zufall aber auch“ und schenkte ihr ein verführerisches lächeln. „Lena lief es kalt den Rücken hinab und doch wurde ihr total heiss bei dem Anblick von Frau Havering.“ – „Sind sie verabredet?“ frage Lena frech und blickte dabei der blonden Schönheit direkt in die Augen. „Naja ehrlich gesagt ist mir das ein bisschen peinlich, es ist so dass ich mich vor 2 Monaten bei einem Chat angemeldet habe und nun treffe ich mich hier mit einer unbekannten Frau mit der ich nur im Chat ein paar Worte gewechselt habe.“ Lena musste lachen und war total entzückt über diesen Zufall. „Paula?“ frage Lena und sah die Verwunderung in den Augen von Frau Havering. „Lena?“ fragte diese und musste nun auch lachen. „Was für ein Zufall aber auch!“ sagte Paula immer noch lachend. Als sich die zwei Frauen beruhigt hatten über diese recht amüsante Situation kamen sie ins Gespräch und tranken einen Pinot Noir, den Wein des Hauses.

Spät abends entschlossen sie sich die Bar zu verlassen damit sie morgen fit genug für das Abschlussgespräch waren. „Es war schön mit dir“ Sagte Lena als sie vor dem Hotel von Paula ankamen. „Ich fand es auch wundervoll mit dir“ beteuerte Paula und strich dabei sanft über Lenas Hüfte. Lena legte ihre Hand auf Paulas Wange und gab ihr einen leidenschaftlichen Abschiedskuss bevor sie sich umdrehte und sich auf den Heimweg machte. „Morgen werde ich dich wiedersehen! Ich kann es kaum abwarten!“, dachte Lena und grinste vor sich hin.

Und so endete ein Blind Date, was in Wirklichkeit gar keines war, wie ein wundervoller Traum

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